Nach langer Zeit mal ein Lebenszeichen von mir! Hab ziemlich viel aufzuholen, da ich ja seit über nem Monat nix mehr Neues veröffentlicht habe. Deshalb folgen erstmal ganz viele Bilder von meinem vorletzten Kulturtrip zum oben genannten "Senju-ji", auch bekannt als "Takada Honzan". Fand ich für mich sehr schön, da es ein buddhistischer Tempel ist und ich mich ja sowieso für Buddhismus interessiere.
Der Tempel folgt der Tradition der "Wahren Schule des Reinen Landes", welche sich durch den Glauben an den so genannten Amida-Buddha auszeichnet. Im geschichtlichen Verlauf haben sich verschiedene Richtungen des Buddhismus (besonders in China und über China dann nach Japan) entwickelt sowie darauf aufbauend die dazugehörigen Traditionen und Texte (genannt Sutra). Die Wahre Schule des Reinen Landes (auf Japanisch: 浄土真宗 jôdo-shinshû) glaubt also wie gesagt an den Amida-Buddha, welcher der Überlieferung nach irgendwann mal gelebt hat und erleuchtet wurde (ja ich weiß, sehr konkret!), sich allerdings dazu entschlossen hat, den anderen Lebewesen zu helfen, selbst die Erleuchtung zu erlangen und schlussendlich in sein Reich, das Westliche Paradies, zu gelangen.
Das gestaltet sich so, dass man neben verschiedenen (ein wenig esoterisch angehauchten) Zeremonien vor allen Dingen ein Mantra namens nenbutsu beten muss, mit welchem man den Buddha also anrufen und um seine Hilfe bitten kann. Es ist im Grunde nur das: Man wiederholt das Mantra und fertig. Das ist leider bei vielen japanischen Formen des Buddhismus (man nennt diese Formen "tariki", weil man sich auf die Kraft und Hilfe von einem transzendenten Wesen verlässt) ähnlich und hat gerade mit dem ursprünglichen indischen Buddhismus nur noch wenig zu tun.
Trotzdem vermittelt einem gerade die Architektur des Tempels und auch der Halle im Inneren etwas sehr Erhabenes und trotz der relativen Schlichtheit auch etwas Besonderes. Wir haben noch den Anfang einer Zeremonie mitbekommen, die natürlich sher eindrucksvoll war, obwohl nur 2 Mönche daran beteiligt waren.
Ansonsten hatten wir einen Mönch als Guide, der uns durch die beiden Haupthallen geführt hat und letzten Endes auch in den dazugehörigen Garten. Der Garten sah ein bisschen wild aus, da vermutlich kurz zuvor mal wieder ein unwetterartiges Wetter geherrscht hat. Am Ende des Gartens gibt es ein Teehaus, das allerdings, soweit ich das mitbekommen habe, nicht mehr benutzt wird.
Nach der Exkursion hatten wir noch ein bisschen Zeit, uns die Umgebung des Tempels näher anzuschauen, da diese sich zeitgleich und teilweise auch schon vor dem Bau des Tempels entwickelt hat. Es gibt dort immer noch viele traditionelle japanische Häuser und auch sehr viele Shops, allerdings hatten zum Zeitpunkt unseres Besuches so gut wie keine geöffnet. Wir haben schließlich dann doch noch einen Süßigkeitenladen gefunden und uns erstmal mit Süßkram eingedeckt... ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass die Gegend um die Uni eine der teuersten in ganz Tsu zu sein scheint!
War jedenfalls eine sehr gute Erfahrung und auch die letzte Exkursion, von der ich Bilder habe. Bei der nächsten, die Besichtigung der Honda-Autofabrik in Suzuka, durfte man nämlich keine Bilder machen. Da ich aber sowieso schon von meiner Flexi-Tätigkeit bei Benz her mir grob vorstellen konnte, wie die Fabrik von innen aussieht und es dann tatsächlich auch nicht viel anders war, war das keine große Enttäuschung für mich.
Im Moment arbeite ich mit 7 Leuten aus diesem Unterricht an der Endpräsentation über die oben geschilderte Honda-Fabrik. Die Arbeitsteilung läuft aber zum Glück ganz gut und ich bin ganz zuversichtlich, dass wir das gut hinbekommen werden.
Jetzt aber werde ich nach einem eher schwachen Jogging-Trip (Manche Leute würden jetzt vermutlich auch "Pfeife!" sagen, hehehe ;) ) erstmal duschen gehen und danach noch zum Koreaner essen gehen.
Bis demnächst mit den versprochenen Bildern!