Montag, 11. Juni 2012

Kulturelle Impressionen

während dem Mantra
Tsubaki Grand Shrine
 Moin moin ihr lieben Menschen, hier mal wieder ein paar Bilder... diesmal vom 2. Field Trip meines Kurses "Society and Culture of Mie". Wir haben einen innerhalb von Mie, aber auch Japan selbst berühmten Schrein besucht, der da heißt "Tsubaki Grand Shrine" (also zu deutsch vermutlich schlicht "Tsubaki-Schrein"). Der Schrein ist einer der ältesten in Japan und besteht aus mehreren Gebäuden. Oben seht ihr die "Gebetshalle", bei der gerade eine Zeremonie stattfand, als wir dort ankamen.

Hobby-Japaner-Meute!

Mingming! ♥



















 An dieser Stelle hab ich dann verbotenerweise ein Foto von einem anscheinend eher neuartigen shintoistischem Ritual gemacht: der "Segnung" (zu englisch purification) eines neu gekauften Autos. Ich kann mir nicht helfen, aber Shintoismus erscheint mir unglaublich kommerziell. Seien es Autosegnungen, bei denen der Priester auf gut deutsch mit nem Staubwedel rumfuchtelt und dann noch irgendeine vermutlich eindrucksvolle Litanei aufsagt, oder irgendwelche (käuflichen) Weissagungen, bei denen man danach noch mal zu dem jeweiligen Shintô-Gott beten sollte. Das läuft dann so ab, dass man einen beliebigen Geldbetrag (Schein oder Münze) in eine Art Holzkasten wirft, 2 Mal in die Hände klatscht, um den Gott zu rufen, und dann seinen Wunsch übermittelt und sich zum Schluss noch verbeugt. Vermutlich gilt auch hier: Je mehr Geld, desto besser. Ich hab's aus Spaß an der Freude auch ausprobiert, und da hat tatsächlich jemand 1000 Yen in diesen Holzkasten getan... der hatte wohl mehr Vertrauen als ich mit meinen 100 Yen! Diese Weissagung hab ich auch ausprobiert. Dabei zahlt man 200 Yen, darf dann ein Holzkästchen schütteln und aus diesem eine Nummer ziehen. Die Nummer gibt man dann dem Typ an der Kasse, der einem dann die dazugehörige Prophezeiung (auf nem kleinen weißen Zettel geschrieben) gibt. Anscheinend (ich konnte die Schriftzeichen nicht lesen) war's keine besonders gute... Daher "musste" ich dann die oben bereits beschriebene Gott-Anrufung durchführen und den Gott darum bitten, dass er mir hilft, mein schweres Schicksal abzuwenden. Hat wohl aufgrund des Mukade-Bisses nur halbwegs geklappt...


"Segnung" des neuen Autos... ohne Worte...
Tôri




Reinigungsritual vor dem Betreten des Schreins


Reinigungsbecken... mit schöner Drachenfigur!

Tempel zu Ehren von Ame-no-Uzume
mit schöner Froschfigur :)

Aufhängestation für Holztafeln, die man vor Ort kaufen konnte




Auf dem Gelände des Schreins stehen verschiedene Gebäude, von denen das Hauptgebäude der shintoistischen Gottheit Sarutahiko no Ōkami gewidmet ist. Ein kleineres Gebäude ist dessen Frau, der Göttin Ame no Uzume, gewidmet. In einem weiteren Gebäude waren verschiedene Kunstgegenstände ausgestellt (die man auch kaufen konnte) und auch auf dem Gelände selbst konnte man kleine Souvenirs kaufen. Da ich von Talismanen nicht besonders viel halte (wie auch allgemein von Aberglauben (Glauben? hahaha) und dergleichen), habe ich dort aber nichts gekauft...
 
:)
Mit Poy und Vi!







Die letzte Station war ein traditionelles Teehaus, das sich ebenfalls auf dem Schrein-Gelände befindet. Wir saßen in einem quadratischen Zimmer, in dem die Tee-Zeremonie für uns abgehalten wurde. Wir bekamen zunächst eine Süßigkeit serviert (Momiji, sehr sehr lecker!), die wirklich unglaublich süß war, fast schon zu sehr... danach wurde dann der Tee gebracht. Der Tee, der für Tee-Zeremonien verwendet wird, ist sehr bitter, schmeckt aber trotzdem sehr erfrischend. Das interessanteste Detail is vermutlich, dass er auf der Oberfläche schäumt. Die Kombination aus supersüß und sehr bitter ist übrigens mit Absicht, damit diese beiden Dinge zusammen genommen sich wiederum ergänzen.
Im Anschluss wurden wir noch in ein kleines privates Zimmer für Tee-Zeremonien geführt, in dem vielleicht 5 Leute Platz finden. Eine richtige Teezeremonie kann, je nach Personenanzahl, den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Sollte ich mir merken, falls ich mal wieder an einer teilnehmen sollte!

Tee-Zeremonie Vorraum
mit Iin und Poy

Soviel mal zum kulturellen Teil. Demnächst noch mehr Bilder, aber nachdem ich 2 Nächte lang kaum geschlafen habe, verschiebe ich das mal auf "bald"...
Good night, starshine!

Freitag, 8. Juni 2012

Getting paranoid...

Hello people of the universe!

Lang lang ist's schon wieder her.
Hab meine letzten Mitt-Semester-Tests hinter mich gebracht und fand auch, dass die recht gut gelaufen sind. 18/20 Punkten in Kaiwa (Konversation) kann sich doch durchaus sehen lassen, finde ich! Die restlichen Ergebnisse folgen wohl nächste Woche... ich bin gespannt!

Ansonsten läuft hier alles so seinen üblichen Gang: unter der Woche Uni, am Wochenende was mit Freunden unternehmen, die Früchte sind immer noch teuer (bis auf die Wassermelone, die kostet jetzt tatsächlich nur noch 15 Euro, hahaha) und selbst wenn man mal denkt, dass man in einem Monat nicht so viel Geld ausgibt, tut man es irgendwie doch...
 Diesen Monat habe ich mich das erste Mal an japanischen Klamotten gütlich getan (in einem Second-Hand-Shop) und mir zudem ein paar Jogging-Schuhe angeschafft. Ich glaube nicht, dass ich bisher wirklich zugenommen habe, aber ein bisschen Sport kann ja nicht schaden. Wald- oder Feldwege gibts hier leider keine, aber man kann sehr schön am Meer entlangjoggen, was das Ganze wieder wettmacht.

Eigentlich wollte ich heute wieder joggen gehen, aber dafür hab ich heute definitiv zu viel Schlafmangel. Der liegt nicht (nur), wie man vielleicht vermutet, daran, dass ich schlichtweg zu spät ins Bett gehe. Tatsächlich bin ich heute Morgen nämlich um halb 6 aufgewacht mit einem seltsam brennenden Oberarm, der gar nicht mehr aufhören wollte. Hab dahinter nur nen harmlosen Mückenstich vermutet, n bisschen Fenistil draufgemacht und mich wieder ins Bett gelegt. Dann sah ich aus dem Augenwinkel was unter dem Bett hervorhuschen, nämlich - eine Mukade (Hundertfüßler)! Brennender Arm und Hundertfüßler, das kann man sich jetzt ja leicht zusammenreimen, was wohl passiert ist...
Hab also erstmal mädchenhaft nen Schreier fahren lassen und bin leicht panisch aus meinem Zimmer geflüchtet und hab mir das Mukadenspray geschnappt. Letzten Endes habe ich mich dann aber doch nicht mehr in mein Zimmer reingetraut, da das Vieh beim ersten Sprühversuch wieder unter die Matratze geflüchtet ist. Hab also eine andere deutsche Austauschstudentin aus meinem Wohnheim alarmiert, die das Vieh dann heldenhaft für mich erlegt hat (danke, Maj-Britt! T___T). Meine Nachbarin hat dann noch den Medizinschrank für mich aufgeschlossen und mir ne spezielle Salbe verabreicht. Es hat dann eigentlich auch gleich aufgehört zu brennen und hab auch ansonsten keine Beschwerden, bin aber zur Sicherheit nochmal in der uni-eigenen Krankenstation vorbeigegangen. Die haben mir allerdings auch das Gleiche gesagt und mir nur Salbe gegeben. Witzigerweise haben die erstmal meine Keratosis Pilaris (diese roten Pickelchen aufgrund von eingewachsenen Haaren) als Reaktion auf den Mukade-Biss gesehen und waren dann sehr erstaunt, dass man vom Stich so gut wie nichts gesehen hat :D
Also erstmal aufatmen, es ist nicht weiter schlimm. Dezent paranoid bin ich jetzt aber natürlich trotzdem und ich würde liebend gerne nicht mehr in diesem Bett schlafen...

Soviel zum Thema Insekten hier, das war vermutlich einer der widerlichsten Momente in meinem Leben!
Am Sonntag folgt dann dafür als Ausgleich ein schöner Moment: Habe mich nach langem Überlegen endlich dazu entschlossen, mir Extensions machen zu lassen. Die sind in Japan ziemlich billig (ca. 80 Euro und 2-3 Monate tragbar) und da ich mir das ja sowieso schon in Deutschland überlegt hatte, ist das eine ganz gute Gelegenheit. Bilder folgen dann!
Ebenso noch die Bilder von meiner letzten Exkursion, aber jetzt werde ich mich erstmal meiner Paranoia stellen müssen und mein Bett frisch beziehen müssen, wobei ich die Matratze ja unweigerlich anheben muss. Uwaah...

Liebe Grüße von der Insektengeschädigten...