Montag, 9. April 2012

Hanami/ Matsuri

Ich schon wieder!

Dieses Mal gibt's auch wieder neue Bilder (folgen im nächsten Post).
Ostern wird in Japan, wie man sich vorstellen kann, gar nicht gefeiert (anders als Weihnachten, was wahrscheinlich irgendwie aufgrund seines Kitschs Eingang in die japanische Gesellschaft gefunden hat). Find ich persönlich eigentlich nicht so schlimm, aber das heißt auch, dass man nicht die leckere Osterschokolade kaufen kann und das Kaffeekränzchen bei Oma verpasse ich dadurch leider ebenso. Aber ich bin mir sicher, meinen Anteil am Kuchen haben meine lieben Verwandten auch so mit Bravour weggeputzt, hehe ;)

Statt Ostern ist hier im Moment "hanami", also Kirschblütenschauen, angesagt, da die meisten Kirschbäume mittlerweile in voller Blüte stehen. Hanami heißt, man schnappt sich ne Decke, setzt sich unter die Kirschblütenbäume in einen beliebigen Park und macht Picknick. Oder sitzt und genießt einfach nur die Blüte und die Sonne, denn im Moment ist tatsächlich bestes Wetter: 15-20 Grad, fast blauer Himmel und wenig Wind (was in Tsu ne ziemliche Seltenheit ist, da es ja direkt am Meer liegt)! Sobald die Sonne weg ist, wirds natürlich trotzdem recht schnell kühl, aber tagsüber ist es wirklich traumhaft. Zu Ehren der Kirschblüte (die schon in den ersten schriftlichen japanischen Dokumenten erwähnt wird) gibt es überall im Land "matsuri", eine Art Volksfest zu bestimmten Anlässen. Im Fall von Tsu fand das matsuri gestern (Sonntag) im städtischen Park statt und überall waren Essensstände verteilt, die - natürlich - japanische Spezialitäten angeboten haben. Daneben noch sonstige Buden mit etwas seltsamen Spielen. Und natürlich eine Menge Menschen, sowohl Picknicker als auch andere Besucher.

Zur Unterhaltung gabs eine Bühne, auf der verschiedene Gruppen aufgetreten sind. Als wir (ich war mit 4 deutschen Mädels aus Bochum unterwegs) ankamen, war gerade eine japanische Trommlergruppe dran, danach gabs verschiedene Hip-Hop-Gruppen jeglichen Alters und anschließend noch mehr Yosakoi-Tanzgruppen. Wer sich jetzt wundert, warum ausgerechnet Hip-Hop: Das ist in Japan total beliebt! Und die Kids waren auch wirklich gut, Hut ab...
Yosakoi ist eine japanische Tanzform, in der traditionelle japanische Elemente mit modernen gemixt werden. Das ist ziemlich schwer zu beschreiben... die Tänzer haben zum Beispiel oft kimono-ähnliche Sachen an, aber eben nichts total Traditionelles. So ähnlich läuft das dann auch bei der Musik ab: Japanische Lieder mit traditionellen Instrumenten, aber meist mit Rock-Sound oder nem Beat unterlegt. Das Ganze erinnert manchmal ein bisschen an Kampfsport in tänzerischer Form (nein, ich rede jetzt nicht von Capoeira :D) und zwischendurch geben die Tänzer eben ähnliche Laute von sich, wie man das von Martial-Arts-Filmen kennt. Jede Gruppe hat neben Fahnenschwingern auch nen eigenen Ansager, der dadurch dann Kommandos gibt oder so ähnlich... Klingt komisch? Ich weiß! Falls es euch  interessiert, könnt ihr euch ja mal bei Youtube mehr informieren.

Danach wollte ich eigentlich noch was essen, da ich den ganzen Tag lang nicht dazu gekommen war. Leider hatten mit dem Ende der Aufführungen auch sämtliche Stände schon abgebaut, sodass ich leider nichts mehr kaufen konnte, und gebratenen Oktopus wollte ich dann auch nicht unbedingt. Schade, vielleicht nächstes Wochenende dann! Statt japanischem Essen hab ich dann den "Mister Donuts" ausprobiert. War ganz lecker, aber so ein richtiger Donuts-Fan bin ich einfach nicht, von daher werde ich wohl nicht besonders oft da hingehen.

Ab Mittwoch gehen bei mir die Sprachkurse/ Seminare los und seit heute weiß ich auch endlich, welche Veranstaltungen ich besuchen werde. Nachdem der Sprachlevel-Test letzten Donnerstag (ein Test, um dein Japanisch-Niveau herauszufinden und dich in eine der 5 Sprachkurse einzuteilen) bei mir total miserabel war (laut dem hätte ich in den Anfängerkurs gemüsst) und ich daraufhin eine Lehrerin darauf angesprochen hatte, durfte ich den Test heute nochmal wiederholen. Und siehe da, schlagartig waren es knapp 80 Punkte mehr und ich bin jetzt im Medium-Sprachkurs. Ich hab keine Ahnung, was beim ersten Test passiert ist, aber ich denke, mein jetziges Sprachkursniveau ist auf jeden Fall angemessener!

Und um den Bogen zu Ostern zurückzuspannen: Zeitgleich mit meinem Ergebnis hab ich auch die Meldung bekommen, dass ich ein Stipendium bekomme. Yattaaaaaaaaaaaaaaaaa, ich komme! :D Davon kann ich dann sicher ein paar Euro abzwacken, um mir privates Internet hier zu bestellen und um beispielsweise meiner lieben Schwester ein großes Geburtstagsgeschenk zu kaufen, hahahaha.


So, heute Abend gibt’s dann noch ein Treffen für alle deutschen Auslandssemestler und für Japaner, die Deutsch studieren. Scheint ein bisschen teuer zu werden, da wir uns in einer Bar (Kamayan diesmal) treffen und man dazu verpflichtet ist, das nomihôdai und tabehôdai-Angebot anzunehmen (Na, noch gemerkt? „All you can drink“ und „all you can eat“), weshalb sich das Ganze wohl auf ca. 30 Euro belaufen wird. Ziemlich happig, zumal man sich beim tabehôdai die Speisen nicht aussuchen kann, sondern einfach was vorgesetzt kriegt. Vielleicht kann ich es ja wenigstens so hinbiegen, dass ich nix mit Fleisch bekomme, nachher mal weitersehen.

Euch allen einen schönen Tag, mir kann heute nichts mehr die Laune vermiesen :)

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