Nur mal so schnell zwischendurch:
Hab meine erste wirklich arbeitsame Uniwoche hinter mich gebracht, unzählige Vokabeln gelernt, die ich wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben brauche und erfolgreich eine Gruppenpräsentation über - na, wer hätte es gedacht? - Buddhismus gehalten! Mittlerweile fehlen mir glaube ich nicht mehr viele Schulen, bis ich über den kompletten japanischen Buddhismus zumindest oberflächlich Bescheid weiß...
Leider kam dadurch der Sport ein wenig zu kurz, aber ich konnte immerhin am Montag mal in Shôrinjikenpô reinschnuppern. Das ist sozusagen die japanisierte Version von chinesischem Kung-Fu und eben Kenpô (das ist eine Art Boxen, ebenfalls aus China). Meiner Meinung nach hab ich mich ganz gut "geschlagen" (höhö, Wortwitz!), auch wenn man bei Japanern nie so recht weiß, was sie wirklich über einen denken. Sie sagen zwar immer "Oh, gut!" oder Ähnliches, aber wenn man nachfragt, ist es doch noch nicht so gut wie besagt und perfekt schon gar nicht! (Ich glaube, das wird man nie von einem Japaner zu hören bekommen: Perfekt! Fraglich, ob das Wort im Japanischen überhaupt existiert...)
Jedenfalls haben wir zunächst verschiedene Schlag- und Tritttechniken trainiert. Eigentlich handelt es sich dabei um genau eine Art von Schlag bzw. Tritt, nur kann man beides je nach Anlass mit dem vorderen oder mit dem hinteren Arm/ Bein ausführen. Das hat dann jeweils auch nen unterschiedlichen Namen, die ich leider schon wieder vergessen habe^^ Man wird es mir dummem Ausländer nachsehen...
Anschließend haben wir noch abrollen geübt. Das ist so eine Sache, die ich beim Capoeira ein wenig vermisse, weil man das da überhaupt nicht lernt (es würde auch nicht wirklich passen, aber dadurch is fallen immer ne recht schmerzhafte Angelegenheit). Keine Ahnung ob ichs gut gemacht habe (angeblich ja, aber wer weiß!), jedenfalls hatte ich danach richtig Muskelkater im Rücken! Zum Schluss haben wir noch ein wenig Etikette geübt. Vor jeder Übung bittet man seinen Trainingspartner wortwörtlich mit dem Sätzchen "Onegai shimasu!", nach jeder Partnerübung bedankt man sich mit "Arigatô gozaimashita!". Das übrigens nicht nur vor dem Trainingspartner, sondern auch vor dem Trainingsleiter. Ähnlich verhält es sich mit aufstellen (alle in Reih und Glied, Beine zusammen, Hände in bestimmter Weise gefaltet) und hinsetzen: Es gibt auch für's Hinsetzen eine bestimmte Reihenfolge, also beispielsweise wann welches Knie auf den Boden gesetzt wird, welches beim Aufstehen dann wieder zuerst bewegt wird usw. Für mich ein wenig befremdlich am Anfang, aber ich vermute, das ist in sämtlichen japanischen Kampfsportarten nicht anders.
Apropos streng: Neben mir, 2 anderen Deutschen und einem Spanier trainiert ebenfalls noch eine Koreanerin diesen Kampfsport. Sie hatte sich letztens die Haare braun gefärbt, als ich sie gestern aber in der Küche getroffen habe, hatte sie wieder schwarze Haare. Als ich sie darauf angesprochen habe, meinte sie, dass man ihr beim Shôrinjikenpô nahe gelegt habe, dass Asiaten mit gefärbten Haaren nicht am Training teilnehmen dürfen, und sie daher ihre Haare wieder notgedrungen "geschwärzt" hat. Sehr interessant! Anscheinend würde diese Regelung (gilt übrigens auch für Mittel- und Oberschüler in Japan) aber nicht aus Europäer zutreffen, da diese ja sowieso von Natur aus (meistens zumindest) keine schwarzen Haare hätten.
Ansonsten bin ich noch mehr oder weniger fleißig beim Hip-Hop-Tanz dabei und komme mir zumindest nicht mehr total hölzern, sondern nur noch hölzern vor ;) Also ich denke mal, es geht insgesamt aufwärts. Hoffentlich auch bald mal mit dem Wetter, ich habe keine Lust mehr auf ewigen Sturm...
*close for now*
Until next time!
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